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Montag, 30. März 2015

Der Schwarzmilan (Milvus migrans)


Aus Der Schwarzmilan (Milvus migrans)

Zurück aus seinen Winterquartieren im Süden der Sahara ist er seit wenigen Wochen wieder vermehrt am See zu beobachten.
Der Schwarzmilan ist mit einer Körperlänge von 48-58 cm und einer Flügelspannweite von 1,30-1,50 m nur unwesentlich kleiner als der Rotmilan. Er wird unter anderem auch kleiner Schwalbenschwanz, Mäusear, Brauner Geier, Schwarzer Falke oder Hühnerdieb genannt.
Der braune Greifvogel ist nicht weniger majestätisch als der Rotmilan und genau so anmutig wenn er hoch oben am Himmel seine Runden dreht und sich mit Hilfe der Winde höher und höher schraubt.
Wie auch der Rotmilan ist Milvus migrans deutlich an seinem gegabelten Schwanz zu erkennen. Nach Milvus milvus ist auch er, einer der schönsten Greifvögel überhaupt.

Aus Der Schwarzmilan (Milvus migrans)

Letzte Woche hatte ich das Glück eines dieser herrlichen Tiere bei der morgendlichen Tränke am Seerhein zu beobachten. Er mußte mich bemerkt, schließlich haben diese Vögel "Adleraugen" und können eine Maus aus ungefähr drei Kilometern Höhe erkennen. Normalerweise fliegen Greifvögel ziemlich schnell auf und davon wenn sie sich beobachtet fühlen, diese Erfahrung habe ich schon allzuoft gemacht. Dieser Braune Geier ließ er sich von mir ausnahmsweise einmal nicht stören. Ich traute mich fast nicht zu atmen, geschweige denn die Einstellungen an meiner Kamera zu ändern.

Aus Der Schwarzmilan (Milvus migrans)

Aus Der Schwarzmilan (Milvus migrans)

Aus Der Schwarzmilan (Milvus migrans)

Aus Der Schwarzmilan (Milvus migrans)

Ist er nicht wunderschön?
Ich hätte dem großen Raubvogel gerne, so fast atemlos, noch ein Weilchen länger zugeschaut, so beeindruckend war das morgendliche Schauspiel am stillen Rheinufer, aber irgendwann war sein Durst gestillt und er flog mit kräftigen Flügelschlägen seiner großen, braunen Schwingen von dannen.
Ein kleines Glück, welches lange noch nachwirken wird.

Weitere Bilder gibt es wie immer in der Bildergalerie:

Donnerstag, 19. Februar 2015

Juana taucht ein - Neues von der Entenvielfalt am See

Heute gab es endlich einmal einen recht sonnigen Tag an Deutschlands letztem Zipfele.
Und wie anders sieht die Welt doch gleich aus!
Trotz einem frischen Wind aus östlichen Richtungen und nachmittäglichen Temperaturen von knapp 4°, war es, nach all den langen Nebeltagen irgendwie wie Frühling!
All die Farben welche die Sonne dem Wasser, der Landschaft und der Tierwelt entlockt - man weiß gar nicht wohin man sein, dem Sonnenlicht fast gänzlich entwöhntes, Auge zuerst richten soll!

Ein Farbenglanz, im doch leicht fahlen Sonnenschein, hat mich heute besonders gefangen genommen.

Aus Eine außergewöhnlich hübsche Hybridente

Während andere Leute auf den Hund kommen, fahre ich grad total auf Enten und was da sonst noch an Federvieh auf dem See schwimmt, ab.

Aus Eine außergewöhnlich hübsche Hybridente

Dieses äußerst hübsche Exemplar einer Ente hatte ich schon einmal, Ende letzten Jahres, an exakt derselben Stelle entdeckt. Leider hatte ich keine Kamera dabei.
Mit meinem ornithologisch wenig geschulten Auge würde ich vermuten, die Hybride ist ein Männchen, halb Stock- und halb Kolbenente.
Sollte ich einmal, in meiner laienhaften Unkenntnis, ein Tier falsch bestimmen, dann bin ich um jede aufklärende Belehrung dankbar.

Aus Eine außergewöhnlich hübsche Hybridente

Die Vielfältigkeit der Natur ist so erstaunlich, daß man eigentlich ständig etwas neues, aufregendes, spannendes, zeitvertreibendes, wunderbares, einzigartiges und faszinierendes entdecken kann! Man muß nur aufmerksam und interessiert sein.





Sonntag, 28. September 2014

Frühlingsintermezzo im Herbst

Die Natur ist durcheinander.
Die Magnolienblüte ist schlicht weg der Inbegriff des Frühlings, nach dem monotonen Wintergrau eine seidig schimmernde Farbexplosion fürs Auge, betörend wie die ersten warmen, hellen Frühlingssonnenstrahlen und belebender Balsam für die wintermüde Seele.
Schon Mitte August habe ich, einigermaßen erstaunt, an den verschiedensten Magnolienbäumen, neben roten, wulstigen Samenkapseln, haarige Blütenkätzchen entdeckt, normalerweise gedeihen diese im März und April.

Aus Frühlingsintermezzo im Herbst

Aus Frühlingsintermezzo im Herbst

Verwundert und erschrocken zugleich realisierte ich daß der Frühling sich in der Zeit geirrt hatte und dem Herbst ins Handwerk pfuschen wollte. Eigentlich müßte man ja meinen, der diesjährige Herbst, der viel zu früh, und mit neblig klammem, meist vom Ostwind begleitetem wolkigem Gedöns aufwartete, würde den Frühling in seine Schranken weisen, aber dem ist anscheinend nicht so. Tatsächlich habe ich an einer sonnig stehenden Purpur-Magnolie dieser Tage, große farbenprächtige Blüten gesichtet.

Aus Frühlingsintermezzo im Herbst

Bei genauerer Betrachtung stellte ich allerdings fest daß diese, durch die starken, den ganzen Sommer über andauernden Regenfälle, im Blüteninnern komplett mit Schimmel überzogen waren.

Aus Frühlingsintermezzo im Herbst

Gestern dann, fiel mein Blick im vorbeiradeln auf kleine gelbe "Sterne" die in den Zweigspitzen eines hohen Strauchs prangten. Neugierig wie ich bin machte ich kehrt und entdeckte zarte frühlingsgelbe Forsythienblüten neben herbstlichgefärbten, dünnem Blattwerk leuchten.

Aus Frühlingsintermezzo im Herbst

Es ist ja kein ungewöhnliches Bild, wenn frühblühende Frühlingsboten, wie Krokusse, schon zeitig im Jahr ihre Köpfe aus der noch kalten Erde strecken, aber daß der Frühling neuerdings zweimal im Kreislauf der Jahreszeiten seine Aufwartung machen will, das ist schon ungewöhnlich.
Mehr wie ungewöhnlich, so wie eigentlich alles ringsum, in unserer Welt, in der nichts mehr so ist, wie es eigentlich sein sollte.

Mittwoch, 3. September 2014

An der Mündung des Alpenrheins

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Zwischen dem schweizerischen Rheinspitz und der Mündung der Dornbirnerach, im österreichischen Vorarlberg, liegt das Naturschutzgebiet Rheindelta. In der beschaulichen Fußacher Bucht mündet der Alpenrhein in den Bodensee und er ist, trotz seiner Kanalisierung, der größte Wildbach Mitteleuropas. Er entsteht im Schweizer Kanton Graubünden, wo sich der Vorder- und der Hinterrhein bei Reichenau vereinigen. Als Quelle des Vorderrheins und des Rheins an sich gilt der Tomasee auf einer Höhe von 2345 m ü. M..
Die Landschaft an der Mündung des Alpenrheins ist atemberaubend schön und unbedingt einen Besuch wert. Der wilde Fluß schwemmt jährlich ungefähr 2,5 Millionen Kubikmeter Feinsedimente in den Bodensee, um eine Verlandung des Gebiets zu verhindern werden seit den 70 er Jahren, des letzten Jahrhunderts, die sogenannten Rheindämme seewärts vorgestreckt. Diese Sedimentgrundlagen haben einen einmaligen und vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna geschaffen, von Flachwasserbereichen über Röhrichte und Großseggensümpfe, bis hin zu Auenwäldern.

Die aufgeschütteten Rheindämme sind begehbar und es ist ein einmaliges und richtig aufregendes Erlebnis weit in den Bodensee hinaus zuwandern.

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Ein Bild was für mich vollkommen ungewohnt war: die vielen Arbeitsschiffe welche fleißig und unermüdlich der allmählichen Verlandung des Bodensees entgegenwirken, solche Kähne gibt es in Konstanz, am Rheinkilometer 0 gelegen, nicht. Hinter den Rheindämmen liegt rechterhand, in einer Bucht, die Heimatstadt der berühmten Festspiele am See, das österreichische Bregenz mit seinem Hausberg, dem Pfänder.
Weit in den See hinausmarschiert taucht allmählich die Silhouette der größten Bodenseeinsel, Lindau, auf, mit ihrer weithin bekannten Hafeneinfahrt, und schließlich wird man auch dem Städtchen Wasserburg ansichtig, beide liegen am deutschen Bodenseeufer. Es ist richtig erhebend quasi mitten im Bodensee zu stehen und in mir erwachte die Sehnsucht diesen Ort bei stürmischem Wetter und aufgepeitschter See zu erleben, das ist sicher noch einmal ein ganz anderes Erlebnis.

Darf ich zu einem kurzen Rundflug über die Alpenrheinmündung einladen? Wer mitfliegen will bitte hier klicken.

Auf dem Rheindamm ein Stück zurückspaziert, gelangt man auf einem schmalen Weg durch ein wildes Idyll mit zahlreichen kleinen Inselchen, geschaffen zur Vogelbrut, zurück zum Ausgangspunkt.
Meine Impressionen aus der Fußacher Bucht - ich hatte Glück, an diesem eigentlich trüben Tag, kam doch noch die Sonne zum Vorschein und tauchte die Landschaft ringsum in ein zauberhaftes Licht.

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Linkerhand der Mündung liegt der sogenannte Rohrspitz, eine idyllische Halbinsel im Naturschutzgebiet Rheindelta. Anders als am Schweizerischen Rheinspitz ist die Landschaft dort, gottseidank, touristisch noch relativ unverseucht und wenig verschandelt.

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Aus An der Mündung des Alpenrheins (Österreich)

Zu einem kurzen Rundflug über den Rohrspitz, bitte hier anklicken.

Schön und viel zu kurz war der Tag und eines weiß ich ganz gewiß, hier war ich nicht das letzte Mal!



Montag, 16. Juni 2014

Weiße Wiesenschönheit

Eine hübsche Spinne habe ich dieser Tage auf den Schnittlauchblüten im Naturschutzgebiet entdeckt.

Aus Spinnen, Insekten und Co.

Zuerst dachte ich an einen Albino, aber es gibt tatsächlich weiße Spinnen, sie heißen "Weiße Witwen" und sind Steppen- und Wüstenbewohner, kommen also nicht in Deutschland vor. Vielleicht ist diese weiße Zartheit auch ein Neobiont, wer weiß es auch immer. Nach genaueren Recherchen tippe ich aber auf die "Veränderliche Krabbenspinne", welche im Süden Deutschlands beheimatet ist. Wie der Name schon sagt, kann dieses hübsche Tier zur Tarnung seine Farbe ändern, nämlich in gelb und in weiß.

Aus Spinnen, Insekten und Co.

Zum Thema Spinne finde ich es erwähnenswert, daß ich in diesem Frühjahr die dicken, fetten Kreuzspinnen und die Zimmermänner mit ihren acht langen Beinen vermisse. Gewöhnlich beherbergt man über den Winter doch einige dieser Spinnentiere in der Wohnung und muß beim Frühjahrsputz staubige Spinnweben in den Zimmerecken entfernen - in diesem Frühjahr fiel diese Arbeit mangels Weberknechten aus. Auch auf Altanien konnte ich keine, wie sonst im Frühjahr üblich, besonders fetten Exemplare ausmachen. Fiesel meine kleine Katze liebt Spinnen und normal bringt sie mit Triumphgeheul ihre erbeuteten Spinnen mit in die Wohnung, in diesem Jahr fiel dieses besondere Katzenvergnügen mangels Beutetieren aus.
Um so mehr habe ich mich über das wunderschöne weiße Exemplar einer Spinne richtig gefreut.


Mittwoch, 7. Mai 2014

Links und rechts des Inseldamms

Derzeit fahre ich wieder viel auf die Insel Reichenau und genieße die herrlichen Ausblicke die das fruchtbare Eiland ringsum bietet, zudem ist das Gemüse dort, direkt vom Erzeuger, billiger als auf dem Wochenmarkt im Städtle. Die Saison hat auf der schönen Weltkulturerbe-Insel zwar schon Ende April begonnen, es ist aber noch relativ ruhig, sodaß man ungestört und noch nicht von rings um die Insel rasenden Möchtegern-Armstrongs und Wäregern-Indurains, in ihren windschnittigen Gummi-Outfit auf ihren Super-Bikes, belästigt wird. Wenn die wüßten was sie so alles verpassen, wenn sie im Überschalltempo und bebrillt mit gelben Renn-Scheuklappen über die herrliche Insel düsen.

Vor gut zwei Wochen als der Wasserstand noch winterlich niedrig war und große Flächen Sandbänke freilagen, da beobachtete ich vom Inseldamm aus seltene Vögel. Ich wünschte mir, ich hätte ein gutes Fernglas dabei gehabt und natürlich ein besseres Teleobjektiv auf der Kamera, dann hätte ich sie sicher bestimmen können.

Aus Seltene Entdeckungen links und rechts des Reichenauer Inseldamms

So sind die Photos leider nicht sehr gelungen, aber man erkennt deutlich daß die Watvögel einen langen, gebogenen Schnabel haben, den sie tief in den Schlick versenken um dort Kleinstlebewesen zu erbeuten.

Aus Seltene Entdeckungen links und rechts des Reichenauer Inseldamms

Es könnte der große Brachvogel, eine Schnepfenart, ein Sichelläufer oder eine Bekassine gewesen sein - jedenfalls habe ich solche Vögel auf meinen Exkursionen rings um den See noch nie beobachten können. Richtig aufregend finde ich dererlei Entdeckungen in der Natur.

Inzwischen ist der See durch die Regefälle der vergangenen Tage gestiegen, allein in den letzten sieben Tagen schon um 12 Zentimeter. Die Sandbänke liegen nun knapp unter der Wasseroberfläche und ich konnte gestern ein faszinierendes Schauspiel erleben. Im ersten Moment konnte ich die ungewöhnlichen Bewegungen in der Flachwasserzone gar nicht recht deuten, aber dann erkannte ich, daß sich da, links und rechts der Pappelallee, riesige Fische tummeln. Sonnen die sich da? Oder jagen sie in der Morgensonne die unzähligen Eintagsfliegen und kleinen Mücken?

Aus Seltene Entdeckungen links und rechts des Reichenauer Inseldamms

Nein, diese Fische, man nennt sie hier am See Döbel, sind am laichen gewesen - so etwas habe ich auch noch nicht gesehen und glücklich über meine neuerlichen Entdeckungen habe ich mir zu Hause einen leckeren Salat mit Gemüse, frisch von der Insel zubereitet. Auf mein eigenes Gemüse muß ich ja leider aufgrund des unbeständigen, zu nassem und zu kaltem Maiwetter noch eine Weile warten.



Ach ja, eine weitere, weniger aufregende, denn mittlerweile nicht mehr seltene Beobachtung habe ich gestern noch gemacht:

Aus Juanas Himmelsbeobachtungen

Lange Zeit war die Sonne von einem Halo umgeben, der durch die massiven Ausbringungen von Schwermetallen, via Chemtrails, entsteht, gegen Mittag war die Sonne dann nur noch ein gleißender weißer Ball, an einem milchig weißen, seinem herrlichen blau beraubten, Himmel. An dem unbeständigen, nassen und kalten Wetter der nächsten Tage, wurde in den beiden vergangenen Tagen, einmal mehr mächtig "gebastelt".

Samstag, 5. April 2014

Innigschmeckte

Nachdem ich schon im letzten Jahr den australischen Trauerschwan an meinem schönen See bewundern konnte, sind mir in diesem Jahr schon drei weitere Innigschmeckte am See begegnet.

Den Winter über hatte ich meinen Spaß mit einem farbenfrohen und im Gegensatz zu den heimischen Stockenten, recht kleinen Mandarinerpel.

Aus Der bunte Geck am Ententeich - der Mandarinerpel

Der war am Ententeich der Hahn im Korb und hat sich entsprechend eitel gebärdet. Während die männlichen Stockenten den kleinen Exot nicht als Konkurrenz sahen, war er ihnen gegenüber recht aggressiv, mußte sich ständig aufplustern und sich von der weiblichen Stockentenschaft hervortun.




Erst letzte Woche habe ich einen ungewöhnlichen Gast am See getroffen. Ihn kann man nicht als Exot bezeichnen, denn er stammt aus skandinavischen Länden und bevorzugt polare Gewässer des Atlantiks und Pazifiks - der Eidererpel.

Aus Der große Fremde aus dem kalten Norden - der Eidererpel

Sein Schnabel ist dem eines Kormorans ähnlich, er ist an der Spitze zu einem Haken gebogen um Fische jagen zu können.
Weibliche Eiderenten sehen den heimischen Stockenten, was das braungehaltene Gefieder betrifft, nicht unähnlich, diese sind aber weniger groß und plump und haben keinen Hakenschnabel. Das hält den großen, schwarzweiß gefiederten Vogel nicht davon ab, die Stockentendamen lautstark und heftig anzubalzen. Dabei schwillt sein leicht rosa gefärbter Kropf mächtig an und er wirft den Kopf erst hoch und dann in den Nacken, während er einen, einem Hundegeheul ähnlichen, Laut ausstößt. Ein wirklich beeindruckendes Tier.



In den ersten schönen Frühlingstagen begegnete mir eine weitere, bis dato unbekannte Ente - eine wunderschöne weiße Ente mit munteren dunklen Äuglein, also kein Albino wie ich im ersten Moment annahm, sondern die domestizierte Form der Stockente.

Aus Die Pekingente - eine weiße Schönheit

Man nennt diesen hübschen Wasservogel Peking- oder Hausente.



Im Gegensatz zum schwarzen Trauerschwan, der von den stolzen, großen weißen Höckerschwänen nicht akzeptiert und in diesem Jahr auf der Nordseite des Obersees gesichtet wurde, sind die fremden Entenvögel in die Gemeinschaft der Stockenten integriert. Einsam und bemitleidenswert sind der Mandarin- und der Eidererpel allerdings doch, da ihre Balz mit den nicht artverwandten Stockenten vergebliche Liebesmüh ist.

Über die Saharastaub-Lüge wollte ich eigentlich berichten, aber mir ist die Zeit dafür zu schade, denn meine geneigte Leserschaft braucht anscheinend die Märchen Lügen der Medien, anstatt sich über die widersprüchlichen Nachrichten Gedanken zu machen - und sich mit der unschönen Realität auseinanderzusetzen. Viel Spaß mit Blutmond und vor allem mit dem Blutregen, den es heute im Laufe des Tages geben soll. Ich habe jedenfalls eine Glasschüssel auf die Altane gestellt um das was es vom Himmel regnet aufzufangen, um es dann mit der Lupe eingehend zu betrachten.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Gespenstisch

Gestern habe ich bei meinem Besuch im Palmenhaus eine mir bis dato völlig unbekannte Pflanze entdeckt.



Es ist doch wirklich erstaunlich was die Natur für seltsame Blüten hervorbringt.


Nicht einmal auf der tropischen Blumeninsel "Mainau" habe ich dieses äußerst faszinierende, wirklich gespenstisch, sogar auf eine Art fast eklig wirkende Gewächs gesehen.


Samen dieser Pflanze kann man sogar im Onlinehandel bestellen. Was es alles zu kaufen gibt ist schon irre.



Ob ich mir ein Tütchen bestellen soll? - Die Gärtnerin in mir schreit laut: "JA!" Die Vernunft frägt: "Hast Du dafür überhaupt noch einen Platz?"



Freitag, 24. Mai 2013

Außenseiter

In diesem Frühjahr hat sich ein weiterer Gefangenschaftsflüchtling am See eingefunden. Seit einigen Wochen lebt im hiesigen Seerhein ein sogenannter Schwarz- oder Trauerschwan.
Seine ursprüngliche Heimat liegt in Australien, Tasmanien und Neuseeland.
Er ist viel kleiner als seine einheimische Verwandtschaft, der weiße Höckerschwan, aber dafür viel hübscher. Die Schwarze Schönheit hat einen sehr, sehr langen Hals und einen feuerroten Schnabel, den im vorderen Drittel ein weißes Band ziert.

Aus Schwarze Schönheit

Zuerst kannte ich ihn nur vom Hörensagen und ich habe lange gebraucht ihn zu finden, aber nun besuche ich ihn ganz oft.
Ich würde die Schwarze Schönheit gerne einmal seine Flügel spreizen sehen, denn ich sah als er sich eifrig putzte die ein oder andere weiße Federspitze blinken. Aber er schwimmt nur und das sogar recht aktiv, sodaß ich recht Geduld mitbringen mußte um den einsamen schwarzen Schwan seiner Ausstrahlung und Würde entsprechend, abzulichten.

Er schwimmt immer alleine und wie es so bei Sonderlingen und Andersfarbigen ist, er wird von den weißen Artgenossen gemieden und sogar recht unfreundlich verjagt, ja regelrecht verstoßen.

Aus Schwarze Schönheit

Da tut er mir richtig leid. Es könnte zwar auch ein weibliches Tier sein, Weibchen sind etwas kleiner und haben wohl einen kürzeren Schnabel, einen weniger dicken Hals und eine schwächer gefärbte Iris – um das zu bestimmen fehlt mir leider der Vergleich. Aber ich denke er ist ein männliches Tier, deswegen reagieren auch die männlichen Höckerschwäne derart aggressiv.
Vielleicht findet sich ja im Laufe des Sommers ein weiterer schwarzgefiederter Wildfang am See ein, damit die schwarze Schönheit vom Seerhein, keine einsame Schönheit bleibt.



Montag, 13. Mai 2013

Ein Traum von einem Baum!

Manchmal fehlen mir die rechten Worte zu meinen Bildern, manchmal habe ich der Welt nicht viel zu sagen und so habe ich in mein Blog die Rubrik "Das Bild des Tages" aufgenommen - einfach und ohne große Worte.

Heute möchte ich zum "Bild des Tages" trotzdem eine schöne Begebenheit erzählen.

Das Wetter war - wie so oft in diesem seltsamen Frühling mies, und ich entschloß mich zu erledigen was so immer und immer wieder verschoben wird - zum Beispiel den lästigen Jahreslohnsteuerausgleich endlich auszufüllen und beim Finanzamt einzureichen. Ab zehn Uhr in der Früh bis zum späten Nachmittag war ich mehr oder weniger auf Achse. Bewegung an der frischen Luft!
Eine schwarze Schönheit, meinen Brückenreiher El Fischo, die erblühende Natur, den durch den hohen Wasserstand so veränderten Seeuferweg, viele andere Dinge, außerordentlich Schöne und auch weniger Schöne, welche ich entdeckt habe, habe ich auf Festplatte gebannt und natürlich auf Lebzeiten verinnerlicht.

Das "Bild des Tages" - die Wahl fiel heute echt schwer - entstand durch Zufall. Schon fast vorbei gefahren, entdeckte ich weiße große, mir bis dato unbekannte und sehr augenfällige Blüten - gebremst und das Rad zurück geschoben. Als ich den Drahtesel am Wegesrand parken und die Kamera auspacken wollte, kam ein älterer Herr auf mich zu und meinte ich könne mein Rad in seiner Auffahrt abstellen. Ich bewunderte sein herrlich blühendes Bäumchen und fragte was es für eine seltene Spezies sei.

Er wußte es im Moment nicht und erbat Bedenkzeit während ich das "Augenscheinchen" ablichten sollte, und verschwand in seiner Garage. Kurz darauf kehrte er zurück und entschuldigte sich für sein schlechter werdendes Gedächtnis. Das Bäumchen wäre eine Hartlilie und noch nicht sehr groß. Hmmm? Hartlilie - warum nicht? Hab ich noch nie gehört, aber ich habe solch herrliche Blüten an solch hübschem Bäumchen ja auch noch nie gesehen. Jedenfalls hat mich der nette alte Herr dann auf einen Rundgang in seinem Gärtchen eingeladen - und ich nahm die unverhoffte Einladung gerne an, zumal ich zwei Stunden zuvor eine weniger schöne Begegnung mit einer Hundehalterin hatte, welche sich nicht an die Leinenpflicht für ihren Fiffi - einen Riesenpudel - hielt, mich aber auf mein unerlaubtes, im Schrittempo am fast menschenleeren Seeuferweg radeln, schulmeisternd und richtig frusttuckenhaft zurechtwies. Es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich einem Menschen begegnen.

Den Rest des Nachmittags grübelte ich wegen der "Hartlilie" und mir fiel spontan der "Hartriegel" ein, vielleicht hat der freundliche alte Mann den Riegel mit der Lilie verwechselt!

Zuhause angekommen und sofort online recherchiert wurde ich tatsächlich fündig.

Es gibt 55 verschiedene Arten von Hartriegelgewächsen, man nennt diese auch Hornkraut. Mein wunderschönes Bäumchen ist der Asiatische Blüten-Hartriegel und stammt ursprünglich aus China, Japan und Korea.

Ein Traum von einem Baum!

Aus Augenblick - Juanas Bild des Tages

Und wenn ich je einen richtigen Garten haben werde, dann wächst dort nebst Hibiskussträuchern -
der asiatische Blüten-Hartriegel!


Sonntag, 12. Mai 2013

Der Pegel steigt und steigt ....

Durch die ständigen und streckenweise recht ergiebigen Regenfälle der letzten Tage steigt der Pegel des Sees in rasantem Tempo. Die Sonne blitzt zwar hin und wieder durch, aber der Regen und die dicken schwarzen Wolken haben leider die Übermacht.

Aus Blogbilder

Am Donnerstag war der Anlegepoller am Ende meines Steges nur knapp von den Wellen umspült.



Gestern, nur zwei Tage später, war er schon vollkommen vom Wasser verborgen und der untere Teil meines Badeplatzes zum liegen etwas zu naß.

Aus Blogbilder

Wenn man bedenkt, daß der Bodensee eine Gesamtfläche von 536 km² hat, ist das eine beachtliche Menge Regenwasser, was den Pegel so rasant steigen läßt.
Man beachte folgende Graphik:


In einer Woche stieg der Pegel von 377,5 cm auf 395 cm am gestrigen Samstag. Heute Mittag stand der Pegel Konstanz schon bei 396,8 cm.
Letzte Woche gab es einen Tag mit guter Fernsicht, da konnte man sehen daß auf den Hängen der Alpengipfel noch sehr viel Schnee liegt, welcher als Schmelzwasser den Pegel des Sees demnächst noch einmal heftig anschwellen lassen wird.
Von Hochwasser spricht man hier ab einem Pegelstand von 480 cm, dabei nimmt die Fläche des Sees zirka 7,5 qkm an Fläche zu. Da bleibt noch ein paar Zentimeter Luft, wobei mir der Wasserstand derzeit schon unheimlich hoch erscheint. Nach Recherchen in meinen Bildern vom Mai der vergangenen Jahre, zeigte sich der Wasserstand immer wesentlich niedriger als heute.

Das letzte Jahrhunderthochwasser gab es Ende Mai, Anfang Juni 1999, damals stieg der Pegel auf sagenhafte 565 cm und 33 qkm an Landfläche wurden überschwemmt. Ab einem Pegel von ungefähr 600 cm wäre auch die Altstadt von Konstanz gefährdet. 1999 wurden schon Sandsäcke an der Hafenunterführung gestapelt und um ein Haar wäre die Unterführung geflutet worden.

Eindrücke vom Jahrhunderthochwasser im Mai 1999 am Konstanzer Hafen: