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Samstag, 14. März 2015

Haubentaucher im Liebestaumel

Über den Winter hat man nur sehr wenige Haubentaucher am See und am Seerhein beobachten können. Mit der ersten Frühlingssonne zieren sie und mehr und mehr die Wasservogelwelt ringsum. Letzte Woche schwammen sie meist noch alleine und zeigten noch kein Balzverhalten, doch mittlerweile ist bei den anmutigen Tieren der Fortpflanzungstrieb erwacht und sie in ihrer Balz nicht zu überhören.
Das Werben der Brutpartner ist ein wirklich faszinierendes Schauspiel und folgt einem besonderen Ritual. Sie schütteln mit ihren Köpfen hin und her und knicksen dabei, dann tauchen sie ab, um Brust an Brust aus dem Wasser empor zu schießen. Dabei präsentieren sie sich gegenseitig Pflanzenteile die zum Nestbau geeignet sind.

Dieser Tage war ich einigermaßen erstaunt als ich ein Pärchen Haubentaucher entdeckte, die wohl die Balz schon hinter sich und mit dem Nestbau begonnen hatten. Sie widmeten sich unermüdlich und eifrig der Begattung und ich hatte das Glück dieses Schauspiel aus nächster Nähe miterleben zu dürfen.
Nach einer kurzen Balzphase mit Knicksen und Kopfschütteln, ein paar Schilfstückchen ins Nest steckend, kamen die beiden schönen Tiere sogleich zur Sache. Dabei buckelt das Weibchen auf dem Nest und stößt sanfte zirpende Rufe aus, sie signalisiert daß sie zur Paarung bereit ist. Dann legt sie sich flach auf das Nest und das Haubentauchermännchen besteigt sie von hinten. Wirklich sensationell ist das Aktende, der Abgang sozusagen, er rutscht über den Kopf des Weibchens zurück ins Wasser.

Aus Haubentaucher im Frühlingstaumel

Aus Haubentaucher im Frühlingstaumel

Aus Haubentaucher im Frühlingstaumel

Aus Haubentaucher im Frühlingstaumel

Aus Haubentaucher im Frühlingstaumel

Das war für mich ein richtig aufregender und spannender Moment, so oft habe ich schon Haubentaucher bei der Balz beobachtet, aber noch nie beim Sex!

Vor ein paar Tagen traf ich das Brutpärchen an der selben Stelle an. Den Nestbau haben sie schwerlich vernachlässigt, aber am Liebesakt scheinen sie großen Gefallen gefunden zu haben.
Mein erster Versuch ein Video zu drehen ist zwar noch bescheiden, aber es zeigt die wohl auffälligsten und bekanntesten Schilfbewohner des Seegebietes in voller Aktion und das mit Originalton. Herrlich!


Samstag, 14. Februar 2015

So silbern wie der Mondenschein

Nachdem das großangekündigte Wetterhoch am Mittwochmorgen einen strahlenden Start hingelegt hatte, habe ich mich auf ein paar sonnige und vor allem etwas wärmere Tage gefreut. Die Überfahrt nach Friedrichshafen und zurück kostet derzeit für Einheimische nur 6 Euro. So plante ich der lauten Fasnacht im Städtle zu entfliehen und die Stille der Natur, im Eriskircher Ried zu genießen. Seit Donnerstag beherrscht allerdings, statt der freudig erwarteten Wintersonne, der leidige Nebel die Welt am See. Es ist kalt und klamm, die Temperaturen bleiben auch tagsüber frostig und so ist es bei der Vorfreude, mit dem Katamaran übern See zu fliegen, geblieben.

Gestern am späten Nachmittag lichtete sich der Nebel für kurze Zeit und die Sonne stand silbern glänzend, wie der helle Vollmond überm stillen Seerhein und tauchte die Landschaft in ein milchig schimmerndes, diffuses Licht.

Aus Neblige Eindrücke vom Seerhein

Aus Neblige Eindrücke vom Seerhein

Aus Neblige Eindrücke vom Seerhein



Auch heute startete der Morgen mit Nebel. Laut Wetterprognose hätte der Tag mit Sonnenschein beginnen sollen, leider sieht es nicht so aus als ob sich die Sonne so schnell gegen den nebulösen Dunst durchsetzten wird.

Überrascht hat mich dieser grauenhafte Nebel nicht, denn am Mittwoch wurden, einmal mehr, massive Aerosolausbringungen geflogen. In langen parallelen Bahnen gezogen, wurden die Streifen am ansonsten strahlend blauen Himmel, schon gleich nach Sonnenaufgang von der Sonne, rosa angestrahlt und schon zur Mittagszeit war der Himmel milchig trübe. Auch gestern, als der Himmel für wenige Stunden aufriß konnte man zwischen den Nebelfetzen, unzählige Spuren der mutwilligen Wettermanipulation erkennen.


Samstag, 10. Januar 2015

Mit bunten Farben malt der Tag - Opus in zwei Akten

1. Akt - Frühling für einen Tag

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Mit herrlich warmer Wintersonne, zum Teil recht heftig auffrischendem, aber nicht unangenehm temperiertem Föhnsturm und unglaublichen 16,2°, gab es heute am See einen wunderbaren Tag.
Da ich derzeit auf Photosafari nach seltenen Vögeln bin, beschloß ich dem See, seiner einmaligen Fernsicht auf die schneebedeckten Voralpen und den sagenhaften Wasserberg, den Rücken zu kehren und gen Westen, den Rhein hinunter, und dem Wind entgegen, zu radeln. Für einen zehnten Januar recht leicht, aber relativ winddicht bekleidet, machte ich mich auf den Weg, Richtung dem, in der Schweiz gelegenen, malerischen Städtchen Ermatingen. Bisweilen hatte ich arg zu kämpfen, gegen den stetigen und mitunter sturmartig auffrischenden Westwind anzukommen und mir wurde ziemlich schnell, ziemlich heiß, in meiner Frühlingswind-Radlerkluft.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Photopausen legte ich natürlich im Gottlieber Ried, in der Badi (Freibad) Triboltingen und an sämtlichen Schlängelwegen zum Ufer ein. Die von mir, Anfang Dezember, auf der Wollschweininsel ausgemachten seltenen Wasservögel, habe ich heute, beziehungsweise gestern schon, wieder entdeckt, mich heute erfolgreich herangepirscht, und endlich ein paar akzeptable Bilder gemacht. Teil 1 meiner Photosafari-Mission war erfolgreich erfüllt. Fröhlich radelte ich, mein Velo und meine Schuhe, inzwischen lehmverkrustet und schlammbeschmiert, zur Ermatinger Schiffsanlegestelle. Von dort hat man einen herrlichen Blick über den Hegau mit seinen erloschenen Vulkanbergen, von hier aus auf den Hohenstoffeln mit seinen charakteristischen zwei Bergrücken und den Hohentwiel, ganz deutlich ist in der klaren Föhnluft die Festungsruine zu erkennen.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Gegenüber liegt die fruchtbare Gemüseinsel Reichenau mit ihrer berühmten Pappelallee.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Nach Osten blickt man über das Schilf des weitläufigen Naturschutzgebietes, auf die Silhouette des Konstanzer Münsters und dahinter das Panorama der schneebedeckten Berge.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Zum Teil hatte ich wirklich Mühe die Kamera einigermaßen ruhig zu halten und mitunter, gerade auf schmalen Stegen, das Gleichgewicht zu halten, dafür wurde ich aber mit herrlichen Farben, wunderbaren Kontrasten und genießerischen Augenblicken überreich belohnt. Den zweiten Teil meiner vogelkundlichen Mission konnte ich leider nicht erfüllen, was ich aber in Anbetracht der unzähligen Glücksmomente, die mir dieser unerwartet schöne Frühlingstag beschert hat, durchaus verschmerzen kann.^^
Zurück radelte es sich, mit viel Rückenwind, fast wie von selbst.





Samstag, 3. Januar 2015

Tauwetter

Seit gestern regnet es am See und vom herrlich weißen Schnee bleibt nichts als ein unansehnlich dreckiger Rest, durchsetzt mit dem Müll, sorgloser und, für meinen Begriff, übermäßiger Silvesterfeiern.
Was aber bleibt, ist die Erinnerung an den ersten Schnee, seit nahezu 24 Monaten, am See.

Aus Neujahrstag - Im Schnee über die Felder an den Rhein

Aus Neujahrstag - Im Schnee über die Felder an den Rhein

Aus Neujahrstag - Im Schnee über die Felder an den Rhein

Aus Neujahrstag - Im Schnee über die Felder an den Rhein

Freitag, 2. Januar 2015

Schneegänse am Seerhein


Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Von weitem dachte ich was für ein schönes Bild, junge Schwäne vor einer schneebedeckten Sandbank im herrlich blau schimmernden Rhein. Im Näherkommen realisierte ich jedoch erstaunt daß die schönen Tiere keine Schwäne, sondern Gänse waren.
Ob das wohl Schneegänse sind?
Nein, wohl eher ein paar ganz, ganz schlaue Hausgänse, die rechtzeitig vor dem Fest Reißaus genommen haben.
Welche Gans will denn schon als Weihnachtsbraten enden? Schließlich hat so eine Gans eine Lebenserwartung von 30 Jahren.

Update: Es sind tatsächlich Schwäne, und zwar Singschwäne.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Und es schneit und es schneit und es schneit ...


Aus Juhee! Der erste Schnee am See

Aus Juhee! Der erste Schnee am See

Inzwischen bleibt der Schnee sogar auf den schlecht isolierten Dächern ringsum liegen. Gestern wollte ich am Hafen, dem Steg mit dem Pegelstandsmesser, auf dem hoch oben die leicht geschürzte, dickbusige "Imperia" thront und dem, der Hafenmeile anschließendem, Stadtgarten ein paar winterliche Eindrücke festhalten. Dort sieht es leider wie auf einer Großbaustelle, mit anschließendem haushohem Christbaumfriedhof, aus - letztes Aufräumen nach dem vierwöchigen "Weihnachtsmarktspektakel am See". Wird langsam auch Zeit! Jedenfalls war eine Photosession vom Schnee am Hafen unmöglich, von winterlicher Idylle vor dem alten Konzilsgebäude und den vielen schneebedeckten Platanen ringsum, kann ich also nur träumen.
Dafür bin ich heute an den Seerhein geradelt, es fährt sich tatsächlich besser als es sich läuft, wollte doch mal schauen wie mein schon so oft gesehener Blick auf den Wasserturm und die alte Bleiche, im winterlichen Kleid und bei heftigem Schneetreiben anzusehen ist.

Aus Juhee! Der erste Schnee am See

Ich persönlich finde den Schnee herrlich! Auch wenn ich sonst immer groß töne daß ich froh bin, daß es am See so wenig Schnee gibt und ich mich insgeheim diebisch freue, wenn es keine weiße Weihnachten gibt. Eigentlich freue ich mich nicht nur über den herrlich vielen Schnee, sondern auch über die, welche sich harmoniesüchtig bis zum geht nicht mehr, weiße Weihnachten wünschen, obwohl sie über die Festtage nur fressen, in den Fernseher glotzen und froh sind, wenn die Verwandtschaft wieder daheim ist und die blöden Geschenke umgetauscht sind. Genau die, die schimpfen jetzt über die wunderbare, und am See so rare, weiße Pracht. Schnee schippen und Scheiben frei kratzen entspricht wohl nicht des Sesselfurzers Wintertraum.^^
Von mir aus darf es noch ein paar Tage so bleiben, allerdings wünschte ich mir für morgen einmal ein paar niederschlagsfreie Stunden, denn es ist bei dem Schneegestöber unmöglich die Kamera trocken zu halten. Trotz all dem Bedürfnis weitere schöne Bilder von wenigen weißen Wintertagen am See zu schießen, ist es einen Defekt an der, von mir so geliebten, Panasonic nicht wert.
Am Neujahrstag soll es bei Minustemperaturen sogar sonnig werden. Ich laß mich überraschen.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Juanas Weihnachtsgänse

Die Rostganspopulation am Untersee ist in diesem Jahr ganz erheblich gestiegen. Die schönen Tiere waren mir bis vor zwei Jahren gänzlich unbekannt und dann entdeckte ich einige Exemplare auf der Insel Reichenau. Im letzten Frühjahr habe ich auf der Gemüseinsel vier Paare gesichtet, zwei davon hatten Junge, ich berichtete darüber. So wie es aussieht scheinen die meisten Küken überlebt zu haben. Im November habe ich die, im Sonnenlicht so herrlich rostfarben schimmernden Tiere schon vor dem Reichenauer Inseldamm ausgemacht, allerdings von Ermatingen (CH) aus und für die Distanz reicht das Tele meiner Kamera bei weitem nicht aus. Heute habe ich Glück gehabt und bei herrlichstem Sonnenschein und Temperaturen um 10°, die Großfamilie, zwischen Reihern, Bläßhühnern und Schwänen, auf der Schweizer Seite des Untersees, ausgemacht und abgelichtet.

Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Wieviele mögen in den unzugänglichen Naturschutzgebieten rund um den Seerhein, den Untersee und den Gnadensee, mit seiner ausgeprägten Flachwasserzone, noch leben?
So viel zu Gefangenschaftsflüchtlingen am Untersee.

Montag, 15. Dezember 2014

Statt Regen und Dauergrau


Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Unverhofft, gab die schon tiefstehende, auch in diesem Monat leider sehr selten gesehene und gespürte, warme Dezembersonne heute ein schönes Gastspiel überm still dahinfließenden Seerhein.



Donnerstag, 13. November 2014

Trostlos sonnenlos

Zu mild für einen November ist es am See und auch andernorts. Ersehnte Sonnenstunden bleiben leider eine Seltenheit und so sticht im Wolkengrau jeder kleinste Farbtupfer willkommen ins Auge.

Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Mich würde interessieren wie hoch die Abnahme der Sonnenstunden und die Minderung der Intensität natürlicher Sonneneinstrahlung, durch manipulative Filterung, in den letzten Jahren ist. Es wäre wohl ein erschreckendes Ergebnis, drum kommen solche Studien, falls es sie überhaupt gibt, nicht ans Licht der Öffentlichkeit.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Beeindruckend


Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Gesehen unter der Schänzlebrücke am Seerhein

Ein offenes Auge für die Realität scheint dieser jugendliche Künstler zu haben.
Was mag diese Zeit für eine Generation hervorbringen, in der "Müll" jeglicher Art, die Welt regiert?

Dienstag, 12. August 2014

Gedanken in die kühle Nacht hinein

In diesem Sommer, wenn man das was an Jahreszeit grad stattfindet so nennen kann, muß man Sonnenschein, Sonnenwärme, Sonnenwohltat, Sonnenbalsam und auch Sonnenuntergänge gierig, so oft es nur geht konsumieren, denn die Zeit des Sommers neigt sich bedenklich dem Ende zu, auch wenn es erst Mitte August ist. Wie auch die letzten Abende, wenn sie nicht komplett verregnet waren, habe ich auch heute einmal mehr, schwimmend den Sonnenuntergang am Seerhein genossen.
Während dort normalerweise in den kurzen Sommermonaten, Abend für Abend, Dutzende von Mitmenschen, dicht an dicht, den Sonnenuntergang zelebrieren, ist es in diesen kühlen Augusttagen relativ menschenleer.

Wie so oft in diesem seltsamen Sommer ist die untergehende Sonne wieder von allerhand Gewölk verdeckt.

Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Die waagerechten, wie mit dem Lineal gezogenen, oben gekräuselten Bewölkungsstreifen sind übrigens eindeutig lange am Himmel haftende Chemtrails. Wer sehen will der sieht, alle anderen bitte ich die fetten Scheuklappen noch blickdichter zurechtzurücken.

Frisch ist es geworden, so mitten im Sommer, nicht nur beim Seeuntergangsbad im jungen Rhein. Das Wasser ist wärmer als die Abendluft und so zog ich mir nach dem Bad fröstelnd meine Kleidung über. Seltsamerweise wurde ich dabei, an diesem wirklich frischen Abend des sich erschreckend früh neigenden Sommers, total von Schnaken verstochen, wie den ganzen Sommer nicht einmal.
Wo kommen denn die Plagegeister auf einmal her, wenn man eigentlich gar nicht mehr mit ihnen rechnet? Irgendwie scheint deren innere Uhr nicht ganz richtig zu ticken.^^

Donnerstag, 7. August 2014

Des Tages Ausklang

Laue Sommerabende am Seerhein, das Schwimmen mit Blick auf die glutrote, untergehende Sonne, das gab es in diesem Hochsommer leider nicht so oft. Heute war es nach einem unangenehm schwülen, mit kurzen Schauern durchzogenen Tag, schon erschreckend frisch nach dem herrlichen Bad vor der atemberaubenden Kulisse weißer, sich hochauftürmender Kumuluswolken und grauen Kunstwolkenschwaden welche von der langsam sinkenden Lebensspenderin, unheilvoll wirkend in Szene gesetzt wurden.

Aus Panoramabilder

Aus Sonnenuntergang

Es herbstelt schon sehr am See, aber nach dem in diesem Jahr der Winter wie ein Frühling und der Frühling wie ein Sommer einherging, ist es eigentlich nicht verwunderlich daß nun der Hochsommer wie ein früherer Herbst aufspielt.
Bleibt zu hoffen, daß der Herbst sehr, sehr lange dauern wird und nicht meint er müsse zur Abwechslung mal Winter sein.

Meine Mitmenschen leben in einer schmierigen Seifenblase die bald platzen wird und sie verdrängen die Realität dermaßen, daß mir mehr und mehr nur ein mitleidiges Kopfschütteln bleibt.

Aus Panoramabilder

Schaut doch bitte mal in den Spiegel, schaut euch selbst einmal ganz tief in die Augen und fragt euch ob ihr mit dem Leben in der Scheinwelt, in der nichts mehr so ist wie es eigentlich sein sollte, glücklich und zufrieden seid. Wer das bejaht ohne mit der Wimper zu zucken, der lügt sich selbst dreist ins Gesicht.

Aus Sonnenuntergang

Dienstag, 15. Juli 2014

Zwischen den Regenschauern

Nach tagelangen Regengüssen soll es nun endlich für ein paar Tage trocken bleiben ...
Das schlimmste an diesen trüben, naßkalten Julitagen war das Ausbleiben des morgendlichen Vogelgezwitschers. Statt lieblichem Geträller und Gesang aus zarten, aber stimmgewaltigen Kehlchen, gab es jeden Morgen nur das heisere, dumpfe und unmelodische Gekrächze der unzähligen, häßlichen schwarzen Rabenkrähen.

Aus Panoramabilder

Die Temperaturen des jungen Rheins sind auf frühlingsfrische 16° gefallen, der Pegel Konstanz verzeichnete innerhalb der letzen 7 Tage einen Anstieg von 34 cm.

Man darf gespannt sein wie sich das "Wetterkarussell" weiterdreht.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Ein ganz besondres Kraut

Durch das Naturschutzgebiet "Wollmatinger Ried" gelangt man über den "Gottlieber Weg" an das Ufer des jungen Rheins. Direkt gegenüber liegt das beschauliche Dörfchen Gottlieben mit seinem alten Schloß.

Aus Blogbilder

Hinter dem kleinen Dorf mit viel Flair liegt das Tägerwiler Naturschutzgebiet, über einen schmalen Trampelpfad gelangt man, durch die Riedwiesen, ans Ende des Seerheins.
Die Wiesen auf schweizer Seite des Rieds sind ganz anders bewachsen als auf der deutschen. Es gibt dort auch "Sibirische Schwertlilien", aber nur wenige, auch der "Zottige Klappertopf" wächst dort nicht in dem Übermaß, nur vereinzelt ist zwischen den verschiedensten Gräsern und dem Röhricht der "Kleine Klappertopf" zu entdecken. Dies liegt vielleicht daran, daß in Tägerwilen intensiver Ackerbau betrieben wird und der Bodengrund dort eine andere Beschaffenheit hat, als im "Wollmatinger Ried". Ein bekannter und intensiver Duft steigt einem in die Nase wenn man sich bückt um die Pflanzen am Wegesrand zu betrachten - es ist Minze, welche dort im Grase wuchert und unverkennbar duftet. In diesem Stück Ried wächst neben weißem Beinwell, wilder Schnittlauch, welcher herrlich und unglaublich vielzählig in Blüte steht, und wenn man ganz genau hinschaut, dann fällt einem auf, daß nicht alles was violettrosa blüht, Schnittlauch ist. Hier wächst ein ganz besonderes Kraut:

Aus Wilde Orchidee - Knabenkraut

Ganz unscheinbar wachsen dort im saftigen Grün der Schilfwiesen wilde Orchideen, und nicht einmal wenige. Einfach nur wunderschön, ich glaube ich habe noch nie eine derartig filigrane Schönheit gesehen. Das Knabenkraut der heimischen Natur ist tausendmal schöner als all die exotischen Verwandten, welche hinter vielen Fenstern blühen.

Aus Wilde Orchidee - Knabenkraut

Aus Wilde Orchidee - Knabenkraut

Aus Wilde Orchidee - Knabenkraut


Mittwoch, 28. Mai 2014

Ein leuchtend blaues Meer aus Blüten

Nach den vielen Regenfällen die uns der Wonnemonat Mai beschert hat, erstrahlen die Riedwiesen in einem frischen, nuancenreichen Grün. Quasi über Nacht hat sich in dieses herrliche Frühlingsgrün ein Meer von blauvioletten Blüten gemischt.

Aus Ein blaues Blütenmeer - Iris sibirica

Die Sibirische Schwertlilie steht nun, leider nur für kurze Zeit, in voller Blüte und macht das Bild der ohnehin sehr attraktiven Landschaft, um ein Vieles reizvoller.

Aus Ein blaues Blütenmeer - Iris sibirica

Trotz dieser Vielzahl von bis zu hundertausenden, blauvioletter Blüten, ist die Wildform der Iris sibirica, dort wo sie nicht besonders geschützt ist, stark gefährdet und rückläufig. Sie braucht überschwemmte Wiesen um in dieser Vielzahl zu erblühen, je höher das Wasser auf den Moor- und Riedwiesen steigt, um so größer wird das Blütenmeer.

Aus Iris sibirica

So bin ich dankbar um dieses herrliche, geschützte und doch zivilisationsnahe Fleckchen Natur in meinem Seereich, und hoffe daß es in dieser Form noch lange erhalten bleibt.



Donnerstag, 8. Mai 2014

Invasive Spezies

Vor der gar nicht frühlingshaften Regenzeit war ich noch einmal auf der großen Sandbank im Rhein um Muscheln zu sammeln und zu photographieren. Nun ist dieses Erlebnis mitten im Rhein zu kneippen leider passé. Ich habe neben der gemeinen Dreikantmuschel neue Neozoen in meinem Königreich entdeckt.
In den 60ern und 70ern, gab es hier eine rechte Dreikantmuschelplage. Ich kann mich erinnern, daß ich damals oft böse an den Füßen verschnitten war.

Aus Neobionten - invasive Spezies - am Bodensee

Nun habe ich neben der erwähnten Muschelart eine weitere, mir bis dato unbekannte Spezies um die Sandbänke im Rhein entdeckt, die Asiatische Körbchenmuschel.

Aus Neobionten - invasive Spezies - am Bodensee

Innerhalb von ein paar Minuten habe ich ein gutes Dutzend großer, verschlossener Muscheln gefunden, leere Schalen findet man zuhauf. Kamberkrebsüberreste, wie am Reichenauer Ufersaum und am schweizer Ufer des Bodensees, gibt es dort übrigens nicht.

Aus Neobionten - invasive Spezies - am Bodensee

Mir ist bei meinen Streifzügen am Ufersaum aufgefallen, daß die Miesmuschel, welche hier am See heimisch ist und deren große ovale Schalen das Strandbild meiner Kindheit prägten, so gut wie verschwunden ist. Ich habe die relativ großen Muscheln als Kind auch seziert, weil mich das Innenleben - überhaupt alles tierische Leben - interessiert hat. Damit scheinen die Dreikant- und die Körbchenmuschel also eine invasive Art zu sein, sie haben die heimische Miesmuschel aus unserem Gewässer verdrängt.
Immer diese Ausländer!^^

Man könnte sich, da die Körbchenmuschel genießbar ist, im Falle einer Nahrungsmittelknappheit, mit Kamberkrebsen und Müschelchens eine "Bouillabaisse du Lac" kochen.

Nebenbei bemerkt:
Eine große Tüte Pet- und Glasflaschen habe ich dann von der Sandbank mit ans Ufer genommen und an der nächsten Mülltonne entsorgt. Eigentlich ist die Natur hier in dieser schönen Gegend viel zu schade für diese hirnlosen Idioten, die Party feiern und dann ihren Müll liegen lassen. In der Schweiz stehen an jeder Ecke Tafeln mit der Aufschrift: "Abfall tötet Tiere", ist zwar traurig, daß es so etwas bedarf, aber vielleicht registriert manch degeneriertes Idiotenhirn dann doch, daß sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Es ist in der Schweiz wirklich ein klein wenig sauberer.

Dienstag, 1. April 2014

Erwacht zu neuem Leben

Anfang Februar entdeckte ich im Seerhein eine schwimmende Tanne auf ihrem Weg gen Rheinfall. Da hat wohl irgendwer am See seinen Christbaum illegal entsorgt, dachte ich mir. Tagsdrauf war die kleine, verdörrte Tanne immer noch am selben Fleck, sie war am Ufer vor meinem Sommerbadeplatz gestrandet. Irgendwie ein trostloser Anblick.

Aus Blogbilder

Schon nach kurzer Zeit wurde die "Rottanne" von einem Bläßhuhn entdeckt und als Ruheplätzchen auserkoren.

Aus Blogbilder

Bläßhühner bauen ihre Nester gerne im Wasser, man sieht am Seeufer oft Gelege auf Stelzen oder auf hängenden Astgabeln die ins Wasser ragen. Dieses Bläßhuhn konnte bei seiner Balz ein ganz besonderes Plätzchen zum Nestbau bieten und seine Auserwählte erfreut sich bei der Brut an einem herrlichen Ausblick. Mit Seegras geschmückt wurde der tote Christbaum nun zu neuem Leben erweckt und erstrahlt in frischem grünem Glanze.

Aus Blogbilder

Irgendwann allerdings, wenn starke Regenfälle und die Schneeschmelze einsetzen wird sich das außergewöhnliche Nest in Bewegung setzen und eine, womöglich, lange Reise, den großen Strom hinunter, antreten. Dem Belchenpaar und seiner Brut bleibt zu wünschen, daß die Reise der "Rottanne" irgendwo im Schilf der Uferzone endet, bevor sie samt Gelege mit den tosenden Wassern den Rheinfall hinunterstürzt.

Montag, 31. März 2014

Sandbankkneippen

So lange schon habe ich sehnsüchtig auf die die großen Sandbänke im Seerhein, zwischen dem Wasserturm und dem Naturschutzgebiet, geschaut und den Wunsch verspürt diese zu begehen, aber Gummistiefel habe ich mir immer noch keine zugelegt.

Aus Mitten im Rhein

Nun braucht es keine mehr und ich konnte meinen lange gehegten Wunsch, mitten im Rhein zu wandern, endlich erfüllen.

Aus Panoramabilder

Im ersten Augenblick scheint das Wasser des jungen Rheins eisig zu sein, aber man gewöhnt sich schnell an die noch frische Temperatur.

Aus Panoramabilder

Den Gedanken hatte ich wohl nicht alleine, aber für zwei Besucher, die die sonntägliche Stille dem Volksfesttrubel am Seerheinufer vorziehen, ist so eine Sandbank doch groß genug!

Aus Mitten im Rhein

Auch wenn die kleinen Inseln die bei Niedrigwasser trocken liegen, Sandbänke heißen, so sind die Flachwasserzone und die Sandbänke alles andere als sandig.
Für die Füße, welche jetzt einen Winter lang in dicken Socken und Schuhen steckten, eine äußerst schmerzhafte Fußsohlenmassage - lauter scharfe, grobe Kiesel und unzählige Dreikantmuscheln liegen über dem sandigen Untergrund und schneiden in das weiche, das barfußlaufen noch nicht gewöhnte Fleisch der Sohlen.

Aus Panoramabilder

Ich mag das ja, es zeigt einem, genau wie das eisige Wasser, daß man recht lebendig ist. Es prickelt, wie auch das kalte Seewasser nach einem Bad, so schön auf der Haut und bald kann ich wieder kilometerweit ohne Schuhe, am Ufer des Sees entlang wandern. Ich freu mich schon drauf!

Aus Mitten im Rhein