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Mittwoch, 11. März 2015

Ausflug zum Nordufer des Überlinger Sees

Mit dem Frühlingserwachen wächst das Bedürfnis einmal andere Gegenden des Sees zu besuchen. Mein winterlicher Radius ist zwar reizvoll und abwechslungsreich, aber es wird nun Zeit Orte zu besuchen die man, wenn die Touristensaison anfängt besser meidet. So beschloß ich gestern mit der Autofähre nach Meersburg überzusetzen und das Nordufer des Überlinger Sees zu erkunden.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Bei herrlichem Sonnenschein genoß ich es reichlich mir den frühlingsfrischen Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Nach knapp 20 Minuten ist man am anderen Ufer und hat einen herrlichen Ausblick auf die malerische Kulisse des beschaulichen Städtchens Meersburg mit seiner alten Burg, dem Neuen Schloß, den farbenfrohen alten Fachwerkhäusern und den steilen Rebbergen.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Noch ein bißchen karg ist die Landschaft an den weiten Ufersäumen und die Hauptverkehrstraße welche neben dem Radweg, entlang des Sees verläuft, läd nicht unbedingt ein, länger zu verweilen.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Nur ein kurzer, aber trotzdem genußvoller Blick auf die im Dunst liegende Blumeninsl Mainau und den Bodanrück am Südufer des Überlinger Sees, die Landschaft im Westen Richtung Überlingen und Sipplingen verschwindet im undurchdringlichen Dunst.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Nach nur wenigen Kilometern erreicht man Unteruhldingen mit seinen prähistorischen Pfahlbauten und hat einen herrlichen Blick auf die Barockkirche Birnau, welche weithin sichtbar über den Rebhängen, oberhalb von Schloß Maurach, einem ehemaligen Hofgut des Klosters Salem, thront.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Die Sicht gegen Westen bleibt weiterhin im Dunst verborgen.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Hier war ich nun am eigentlichen Ziel meines Ausflugs gelandet, dem Naturschutzgebiet an der Mündung der Seefelder Aach. Leider war der Himmel als ich dort ankam komplett zugezogen und sofort wurde es unangenehm kühl.
Noch karg und wenig grün ist so ein Naturschutzgebiet, ohne Sonnenschein, doch recht öde und trostlos, aber ein paar schöne und aufregende Vogelbeobachtungen habe ich dennoch gemacht.
Fröstelnd trat ich die kurze Strecke zurück nach Meersburg an und konnte unterwegs einen, zwar nur schwach ausgeprägten, Halo um die schrecklich entstellte Sonne entdecken.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Wieder zurück auf meiner Seite des Sees genoß ich die inzwischen wieder etwas kräftigeren Sonnenstrahlen und den Ausblick auf meine Metropole am See.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Die zarten Dunststreifen über dem See tauchten das Panorama in ein reizvolles Licht.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Zum Abschluß dieses Tages durfte ich dann noch zwei Sun Dogs neben der vollkommen entstellten Sonne bestaunen.

Aus Am Nordufer des Überlinger Sees

Was für ein wunderbarer Tag!


Freitag, 6. März 2015

Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - die neuen Bewohner der Wulesaueinsle (Wollschweininsel)

Vom 1. Dezember bis zum 1. März, eines jeden Jahres, ist es der Öffentlichkeit erlaubt die Wollschweininsel im Kreuzlinger Hafen zu besuchen. Den Rest des Jahres bleibt das kleine überschaubare und sehr ungewöhnliche Eiland den Wollschweinen, schottischen Hochlandrindern und der schillernden Welt der Amphibien, Insekten und Vögel vorbehalten. Schon im letzten Winter haben mir die drolligen, wolligen, sehr zutraulichen und fast immer munteren Schweine die winterliche Tristesse versüßt.
Juana uff dä Wulesaue-Insle, damals war ich sofort verliebt in Iggy, Vreneli, Heidi und des Stuempli. Mein süßes kleines Stuempli vom letzten Winter habe ich sofort wiedererkannt (auch Tiere haben unterschiedliche Gesichter!) und das Stuempli, der kleine Racker, mich auch! Der kurze Mocken ist übers Jahr zu einer stattlichen Sau herangewachsen, der größten von den Vieren und zum anerkannten Anführer der kleinen Schweinebande.

In der trostlosen Sonnenlosigkeit der ersten vierzehn Dezembertage 2014 waren die Wollschweine wie ein kleiner Freudenpfuhl, in dem ich mich in grauen Stunden wohlig suhlte. Meine vier alten Sauen bekamen dann alsbald in den Genuß einer 7-köpfigen, quirligen Rasselbande. Quasi zur Erbauung der letzten Lebenswochen, wie ich nun weiß. Zwei Winter und nur einen Sommer werden die Wollschweine alt. Sie regulieren über den Sommer mit ihrer Wühltätigkeit den Boden, sodaß die Insel ein karges Eiland bleibt. Ideale Brutstätte und Kinderstube für zahlreiche seltene Tiere. Mitte Februar waren die kleinen Schweine "verwaist", Iggy, Vreneli, Heidi und des Stuempli waren ihrer Bestimmung zugeführt worden und bereichern jetzt die Speisekarte lokaler Gourmands. Ach mein Stuempli, du arme Sau! Arme Sau? Massentierhaltung sieht anders aus und so haben diese Tiere zwar eine kurze Lebenserwartung, aber es sind wenigstens glückliche Schweine!

Aber nun zu den zuckersüßen, kleinen, neuen Bewohnern der Wulesaueinsle, darf ich vorstellen: Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger.

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Spyri und Maggi, die beiden kleinsten, der blondgelockten Ferkelchen waren den Herausforderungen der winterlichen Wollschweininselwildnis noch nicht gewachsen und wurden deswegen im warmen Stall noch etwas aufgepäppelt. Während der Frostperiode waren die Teiche mit Elektrozäunen gesichert worden, damit die wolligen Vierbeiner nicht, wie schon einmal, auf dem dünnen Eis einbrechen. Mit dem Tauwetter waren dann auch Spyri und Maggi wieder unter Ihresgleichen, um das kurze, aber glückliche Schweineleben auf der Insel anzutreten. Die Kleinen kommen, die Alten gehen.

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

So lieb sind sie nicht immer miteinander, im Kampf um die süßesten Aepfelis und die knackigsten Rueblis gibt es dann schon einmal wüste Beißereien und knurrende Grunzer, bevor der Schwächere laut quiekend außer Reichweite flüchtet.
Irgendwann einmal sind sie wie wild auseinandergestoben, als ich mit meiner Tüte Leckereien auftauchte und ich wunderte mich warum sich die Tiere auf einmal vor mir erschraken.
Es war alles andere als ein Erschrecken, es waren Bocksprünge der Vorfreude auf meine Mitbringsel! Herrlich!
Am besten gefallen mir die frischgebackenen Insulaner wenn es regnet. Dann ist ihre Wolle so herrlich schimmernd, blauschwarz und der Lehm im Fell sieht aus wie eine Art Kriegsbemalung.

Aus Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger - Wulesaue (Wollschweine) 2014/15

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ich mich von Dürenmatt, Hunziker, Spyri, Zwingli, Maggi, Federer und Flückiger verabschiedet und sie mit einer Extraportion Aepfelis in ihr Inselleben entlassen.
Nun darf es endlich Frühling werden und ich sag "Uff Wiederluege"! - Bis zum nächsten Dezember!





Samstag, 10. Januar 2015

Mit bunten Farben malt der Tag - Opus in zwei Akten

1. Akt - Frühling für einen Tag

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Mit herrlich warmer Wintersonne, zum Teil recht heftig auffrischendem, aber nicht unangenehm temperiertem Föhnsturm und unglaublichen 16,2°, gab es heute am See einen wunderbaren Tag.
Da ich derzeit auf Photosafari nach seltenen Vögeln bin, beschloß ich dem See, seiner einmaligen Fernsicht auf die schneebedeckten Voralpen und den sagenhaften Wasserberg, den Rücken zu kehren und gen Westen, den Rhein hinunter, und dem Wind entgegen, zu radeln. Für einen zehnten Januar recht leicht, aber relativ winddicht bekleidet, machte ich mich auf den Weg, Richtung dem, in der Schweiz gelegenen, malerischen Städtchen Ermatingen. Bisweilen hatte ich arg zu kämpfen, gegen den stetigen und mitunter sturmartig auffrischenden Westwind anzukommen und mir wurde ziemlich schnell, ziemlich heiß, in meiner Frühlingswind-Radlerkluft.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Photopausen legte ich natürlich im Gottlieber Ried, in der Badi (Freibad) Triboltingen und an sämtlichen Schlängelwegen zum Ufer ein. Die von mir, Anfang Dezember, auf der Wollschweininsel ausgemachten seltenen Wasservögel, habe ich heute, beziehungsweise gestern schon, wieder entdeckt, mich heute erfolgreich herangepirscht, und endlich ein paar akzeptable Bilder gemacht. Teil 1 meiner Photosafari-Mission war erfolgreich erfüllt. Fröhlich radelte ich, mein Velo und meine Schuhe, inzwischen lehmverkrustet und schlammbeschmiert, zur Ermatinger Schiffsanlegestelle. Von dort hat man einen herrlichen Blick über den Hegau mit seinen erloschenen Vulkanbergen, von hier aus auf den Hohenstoffeln mit seinen charakteristischen zwei Bergrücken und den Hohentwiel, ganz deutlich ist in der klaren Föhnluft die Festungsruine zu erkennen.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Gegenüber liegt die fruchtbare Gemüseinsel Reichenau mit ihrer berühmten Pappelallee.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Nach Osten blickt man über das Schilf des weitläufigen Naturschutzgebietes, auf die Silhouette des Konstanzer Münsters und dahinter das Panorama der schneebedeckten Berge.

Aus Mit bunten Farben malt der Tag - Frühlingseinbruch im Januar

Zum Teil hatte ich wirklich Mühe die Kamera einigermaßen ruhig zu halten und mitunter, gerade auf schmalen Stegen, das Gleichgewicht zu halten, dafür wurde ich aber mit herrlichen Farben, wunderbaren Kontrasten und genießerischen Augenblicken überreich belohnt. Den zweiten Teil meiner vogelkundlichen Mission konnte ich leider nicht erfüllen, was ich aber in Anbetracht der unzähligen Glücksmomente, die mir dieser unerwartet schöne Frühlingstag beschert hat, durchaus verschmerzen kann.^^
Zurück radelte es sich, mit viel Rückenwind, fast wie von selbst.





Dienstag, 23. Dezember 2014

Juanas Weihnachtsgänse

Die Rostganspopulation am Untersee ist in diesem Jahr ganz erheblich gestiegen. Die schönen Tiere waren mir bis vor zwei Jahren gänzlich unbekannt und dann entdeckte ich einige Exemplare auf der Insel Reichenau. Im letzten Frühjahr habe ich auf der Gemüseinsel vier Paare gesichtet, zwei davon hatten Junge, ich berichtete darüber. So wie es aussieht scheinen die meisten Küken überlebt zu haben. Im November habe ich die, im Sonnenlicht so herrlich rostfarben schimmernden Tiere schon vor dem Reichenauer Inseldamm ausgemacht, allerdings von Ermatingen (CH) aus und für die Distanz reicht das Tele meiner Kamera bei weitem nicht aus. Heute habe ich Glück gehabt und bei herrlichstem Sonnenschein und Temperaturen um 10°, die Großfamilie, zwischen Reihern, Bläßhühnern und Schwänen, auf der Schweizer Seite des Untersees, ausgemacht und abgelichtet.

Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Wieviele mögen in den unzugänglichen Naturschutzgebieten rund um den Seerhein, den Untersee und den Gnadensee, mit seiner ausgeprägten Flachwasserzone, noch leben?
So viel zu Gefangenschaftsflüchtlingen am Untersee.

Dienstag, 4. November 2014

Und morgen soll es Regen geben


Aus Augen-Blick - Juanas Bild des Tages

Während in den Alpen ein Fönorkan um die Gipfel tobte, bescherten uns die Fallwinde einen stürmischen, aber herrlich warmen Tag.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Lauter Affeng'sichter

Einmal nicht am See unterwegs, habe ich den Tag in Salem auf dem Affenberg verbracht. Salem liegt wenige Kilometer landeinwärts hinter Überlingen am Nordufer des Bodensees und ist ein beliebtes Familienausflugsziel. Dort leben rund 200 Berberaffen, die ursprünglich in Marokko und Algerien beheimatet sind, das ganze Jahr über im Freien.
Eigentlich wollte ich junge Äffchen photographieren, die dort ab Mai auf die Welt gekommen sind. Leider war es trübe und in dem Waldgebiet, in dem sich die Affen tummeln, recht duster. Zudem bekam ich nur selten, meist in der Ferne, ein Jungtier zu sehen - also keine guten Voraussetzungen um mein photographisches Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Die an menschliche Nähe gewöhnten Tiere haben mir aber erlaubt, trotz den ungünstigen Lichtverhältnissen, eine schöne Reihe tierischer Portraits zu erstellen.

Und irgendwie sind sie doch sehr menschlich ....

Es gibt die urigen Fratzen, welche einem zum schmunzeln bringen.


Dann gibt es Charakterköpfe mit stolz erhobenem Haupt und wachem Blick.


Die Melancholischen, welche mich mit sanft dreinblickenden großen Augen ansahen.


Runzlig, müde und vom Leben gezeichnet, die Alten.


Natürlich gibt es ausgesprochene Schönheiten, die sich dessen auch voll bewußt sind.


Und dann sind da noch die ganz coolen Typen, die selbstsicher und lässig vor der Kamera posieren.


Auch wenn ich keine niedliche Affenkinderschar ablichten konnte, so hat mir der Blick in die unterschiedlichsten Gesichter und Charaktere dieser zottigen Waldbewohner doch sichtlich Vergnügen bereitet.
Wer noch Lust auf mehr Affeng'sicher hat, der kann sich gerne durch meine Portraits blättern.