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| Aus Wasserjungfern |
Bei meinen ausgedehnten Beobachtungen an Teich- und Tümpelrändern ist mir aufgefallen daß sehr viele der so hübsch anzusehenden, farbenfrohen und scheinbar rastlosen Libellen, verstümmelte Flügel haben.
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| Aus Wasserjungfern |
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| Aus Wasserjungfern |
Das Wetter spielt beim sogenannten "Schlupf", also der Geburt einer Libelle, eine große Rolle und bei Unwettern sterben rund 80% der schlüpfenden Libellen.
Ist die Larve voll entwickelt, klettert sie an einen Grashalm oder Schilfstengel aus dem Wasser hinauf und klammert sich oben angekommen, so gut fest wie sie nur kann. Davon hängt nämlich ihr Leben ab.
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| Aus Wasserjungfern |
Sie drückt sich mit aller Kraft gegen ihre alte Haut und so entsteht am Rücken ein kleines Loch, durch das die Wasserjungfer schlüpft. Ist der Oberkörper aus der Hülle, reißen die sogenannten Tracheenschläuche ab und Atemlöcher werden frei. So verharrt die Libelle einige Minuten, die alte Haut trocknet und ihre Beinchen härten aus, sodaß sie nun vollständig aus der alten Haut schlüpfen kann. Wenn die Larve während dem Schlupf den Halt verliert oder die alte Hülle ins Wasser fällt solange sie noch mit ihr verbunden ist, muß die Libelle sterben, da die Flügel noch zusammengefaltet sind, ähnlich wie kleine Rolläden. Erst wenn sie ihren Körper und ihre Flügel mit Körperflüssigkeit aufgepumpt hat entfalten sich ihre zarten Flügel. In dieser Phase sind sie besonders empfindlich, bei starkem Wind können sie knicken oder miteinander verkleben, bei Regen können die Flügel nicht richtig aushärten, auch dann muß die Libelle sterben, weil sie flugunfähig bleibt.
Sind die transparenten Flügelchen vollständig ausgehärtet macht die Wasserjungfer ihren ersten Flug, den sogenannten Jungfernflug.
Erst nach dieser "Bewährungsprobe" hat die Libelle eine Chance, die nächsten sechs bis acht Wochen zu überleben.
Was für ein Geburtskampf für solch eine kurze Lebensdauer!
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| Aus Wasserjungfern |
Die von mir beobachteten Libellen mit den verstümmelten Flügeln haben also Schlupffehler und wurden nicht etwa durch Flugunfälle oder ihre natürlichen Feinde verstümmelt.
Naja, es ist ja auch kein Wunder bei diesem anhaltend beschissenen Sommerwetter, welches am Bodensee von Starkregenfällen und oft stürmischen Winden geprägt ist. Der Sommer 2014 ist also kein Jahr für eine zahlreiche Libellenpopulation, um so mehr freue ich mich verschiedene Quell-, Moos- und Mosaikjungfern, Heide- und Feuerlibellen in meiner kleinen Libellengalerie präsentieren zu können. Leider fehlen die großen Königslibellen, aber diese, mich so vollkommen faszinierenden Tiere, lassen sich nie zu einer kurzen Pause nieder, sondern schwirren rast- und ruhelos propellernd übers seichte Gewässer.

























