Samstag, 7. Februar 2015

Scheußlich schön!


Aus Ein strenger Nord-Ostwind zaubert

Normalerweise benutze ich keine, sich widersprechenden Adjektive. Entweder ist etwas scheußlich oder es ist schön. Heute habe ich für mich entdeckt daß es doch etwas gibt, was scheußlich und schön zugleich ist!

Aus Ein strenger Nord-Ostwind zaubert

Seit dem letzten Mittwoch weht am See ein eisiger Nord-Ostwind, der einem die Strenge des Winters so richtig spüren läßt.
Warm anziehen ist nicht das Problem, aber egal mit was für Handschuhen ich unterwegs bin, die Finger werden, auf dem Rad oder beim Photographieren, schon nach kurzer Zeit schmerzhaft klamm.

Mit aller Gewalt warf der schneidende und bissig kalte, mitunter sehr stürmisch auffrischende Nordostler nun vier Tage lang das Wasser unerbittlich gegen das Südufer des Konstanzer Trichters. Die Wogen des aufgepeitschten Sees, dessen Temperatur mit 4,5° noch im Plusbereich liegt, hinterließen so manch eindrucksvolle Kunst am steilen, mit großen Steinbrocken befestigten Gestade.

Besonders beeindruckend fand ich den Kormoran aus Eis, der, gleich seinem lebenden Vorbild, seine nassen Flügel im Wind trocknet.

Aus Ein strenger Nord-Ostwind zaubert





Kommentare:

...und neugierig bleiben - oder ?? hat gesagt…

....der allerbeste Künstler ist nun mal die Natur - das ist einfach so, liebe Juana !Wieder herrliche Aufnahmen, auch wenn dir dabei die Finger fast erfroren sind ! Vielleicht wären da im Anschluß ein paar Aufnahmen aus `ner Sauna gut gewesen - so wegen der Aufwärmung ! Hier ist es auch kalt, der kleine Fischteich am Rande unseres AB-Abschnittes ist auch zugefroren.....und die Talsperre ein Drittel vom Ufer hinein auch ! Ich hoffe nur, daß nicht wieder ein paar Kinder das nutzen wollen...vor etlichen Jahren war das einem zum Verhängnis geworden, der war lange nicht gefunden worden.....
Ich selbst habe da immer einen Heidenrespekt gehabt und meinen Kindern das immer dramatisch vor Augen gehalten !
Und jetzt mach ich mich hier vom Hocker, wünsche dir noch einen schönen Sonntag und sag tschüss.....
Rebekka

Juana Seekoenigin hat gesagt…

Guten Morgen!

Klirrend kalt ist es heute früh und die Eis-Kunst am See ist sicher über Nacht noch gewachsen.
Der Weg oberhalb des Wassers war spiegelglatt wie eine Eisbahn und ich habe mich mit der Kamera in der Hand nicht so nahe an die Böschung getraut. Schade eigentlich, denn es hätte bei näherem Betrachten sicher noch das ein oder andere kleine Kunstwerk zu bestaunen gegeben. Da fehlte mir wohl ein bißchen die Unbekümmertheit der Kindheit, mit einem "Huiii" auf den Lippen bis an den Rand schlittern und keinen Respekt vor der Glätte habend, neugierig die eisigen Kunstwerke aus der Nähe bestaunen.
Eine Sauna habe ich hinterher nicht gebraucht. Ich habe einen Braten in den Ofen geschmissen und die bullernde Hitze der Backröhre hat das Manko meiner ollen Nachtspeicheröfen wunderbar ausgeglichen.

Übers Eis gehen hatte für Kinder schon immer eine große Faszination und trotz zahlreichen Warnungen und Verboten, habe ich es in meiner Kindheit trotzdem gewagt und bin auch öfter eingebrochen. Genauso mein Kronprinz, den prinzipiell kein Verbot davon abgehalten hat, sich dieses herrliche Vergnügen entgehen zu lassen. Der Unterschied ist zu den Kindern heute ist eben, wir waren immer draußen, die Natur hat uns viel gelehrt und wir wären nie auf die Idee gekommen uns über tieferem Wasser übers Eis zu wagen.

Es gibt hier auch immer wieder tödliche Unfälle auf dem Eis. Die Hegnebucht am flachen Gnadensee, am Nordufer der Insel Reichenau gelegen, friert in konstanten Wintern meist zu und halb Konstanz läuft oder fährt mit Schlitten und Schlittschuhen, mit Hund, mit Kind und Kegel übers freigegebene Eis. Es ist wie ein kleines Volksfest mit Würstlebuden und Glühweinständen. Wagt man sich zu weit auf den See hinaus jagt einem das leise Knacken der Eisschicht soviel Respekt ein, daß man freiwillig unverzüglich umkehrt. Es gibt aber immer wieder Erwachsene welche die Gefahr des Eises und der starken Strömung die weit draußen herrscht, unterschätzen und sich zu weit aufs dünne Eis wagen, mag es um den Kick gehen oder ob da einfach die Vernunft abschaltet, ich weiß es nicht.

Es ist wirklich schade daß die starken Temperaturschwankungen der heutigen Winterzeit, uns um dieses herrliche Vergnügen bringen. Eine Kunsteisbahn ist kein Vergleich und reizt mich überhaupt nicht.

So wünsch ich auch dir einen wunderschönen Sonntag!
Mal sehen wohin mich mein Weg durch die Kälte heute führen wird. Sicher nicht weit. ;-)

Juana