Freitag, 23. Januar 2015

Alle meine (Hybrid-) Entchen ...

Wie man seit einigen Jahren beobachten kann, nimmt die Zahl der sogenannten Hybrid-Enten stetig zu.
Im Sommer habe ich mich mit einem besonders hübschen und neugierigen Exemplar vertraut gemacht.
Darf ich vorstellen:




Blanda Blendling


Naja, Blanda ist wohl eher ein Blando, aber ich fand den Namen einfach hübsch. Blanda wuchs in einer Brut von ganz normalen Stockentengeschwistern auf, auch das Muttertier zeigte keine auffällige Musterung des Federkleides. So augenfällig wie das Gefieder ist der schlanke lange Hals, auf einer oppulent geschwellten Brust. Damals recherchierte ich, daß sich Stockenten gerne mit Laufenten paaren und daraus entsteht dann eine Hybrid-Ente, wie die aberwitzige Blanda.
Mittlerweile sind Hybrid-Enten fast so häufig wie die normale Stockente zu beobachten.
Der Name Blendling ist eigentlich von mir nicht richtig gewählt, ich fand ihn eben hübscher als Hyppi Hybrida oder gar Bassi Bastar. *lach*
Blendlinge sind einfach Bastarde und im Gegensatz zu Hybriden fortpflanzungsfähig.

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Update 22. April 2015
Blanda Blendling ist wirklich eine Hybridente. Das heißt sie geht aus zwei verschiedenen Vogelarten hervor.
Folgende Ente ist allerdings kein Hybride, wie ich heute weiß. Es ist eine Hausente, also eine domnestizierte Stockente. Bisher dachte ich Hausenten wären rein weiß.
Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum. Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist diabolisch.

Update 20. Juli 2015
Man lernt nie aus - seit heute weiß ich, daß auch Blanda Blendling keine Hybride, sondern eine Hausente ist. Diese tritt in zahllosen Farbvariationen auf.
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Letzte Woche ist mir am Südufer der Insel Reichenau eine ganz besonders gefiederte Hybride Hausente begegnet, ihr Partner war ein ganz normaler Erpel der Gattung Anas platyrhynchos.

Aus Hybrid-Enten

Voilà - Juanas Dalmatiner-Ente

Diese seltsam gefiederte Ente erinnerte mich einfach ganz spontan an einen jungen Dalmatiner. Munter tauchte sie im seichten Fließwasser des Untersees nach Muscheln und Schnecken, war sehr viel aktiver als ihr Partner. Auch bei ihr auffällig, der lange schlanke Hals. Daß bei der Kreation dieser seltsamen Spezies nur eine Stock- und eine Laufente beteiligt waren, wage ich zu bezweifeln.


Nun habe ich gelesen, daß Stockenten es bei der Paarung mit ihrer Gattung nicht so ernst nehmen und sich munter durch die Vielzahl der Arten in der Entenwelt poppen.
Nanu? Früher gab es doch keine Hybrid-Enten und wenn, dann höchstens sehr selten, die Zunahme dieser ungewöhnlich gefiederten Enten ist aber ganz beträchtlich.
Gab es in der Stockentenwelt etwa eine sexuelle Revolution ähnlich der unsrigen 68er-Befreiung? Womöglich hatten und haben diese so unschuldig aussehenden, schnatternden Entchen, in Anbetracht der explosionsartigen Verbreitung, sogar Gruppensex! Man stelle sich das vor! Hemmungslose Gruppensitzungen mit Nestgenossen!^^ In Wien soll es fast mehr dieser Hybriden, denn normale Stockenten geben, habe ich mir aus erster Hand berichten lassen. Sind die Wiener Stockenten noch tabuloser und enthemmter als die heimischen?^^

Fragen über Fragen und keine rechte Antwort.
Fakt ist jedenfalls, Hybrid-Enten sind nicht fortpflanzungsfähig.

Und so stelle ich mir ganz einfach eine letzte Frage:
"Schafft sich die Stockentenwelt ab?"

Kommentare:

...und neugierig bleiben - oder ?? hat gesagt…

.....nun, liebe Juana - ich denke, in der Tierwelt hat sich auch " multi-kulti " eingebürgert, so wie es die Menschen auch tun.Was früher ein " Vergehen " war, wenn " Weiße " sich mit " Farbigen " zusammentaten und daraus Kinder hervorkamen...oder die Indianer , die sich oft weiße Frauen stahlen, oder Diese freiwillig in die Tippis gingen ! So wirds wohl auch in der Tierwelt eine Veränderung geben....und wenn es die Natur nicht fertigbringt - dann sind wir Menschen doch noch da , dann könnt auch das hinhau`n ! Allerdings sehe ich bei den wunderhübschen Entchen nicht die größte Gefahr auf die Gene generell ! Mir gefallen sie gut......und vielleicht gibts das auch hier bei uns an der Talsperre, wo sich auch viel Federvieh tummelt. Es gab oder gibt doch Spiele, wo man die verschiedendsten Körperteile von Tieren zusammensetzen kann - weiß man`s, ob es nicht noch Realität wird ? Und was ist mit den " Wolperdinger`n " gabs die nicht auch schon vor langer Zeit ???
Ganz liebe Grüße kommen von einer schmunzelnden Vogtländerin.....komm gut in und durch die neue Woche.....winke winke !

Juana Seekoenigin hat gesagt…

Guten Morgen Rebekka,

ein interessantes Thema, gell? Sowas kommt dabei heraus, wenn ich zu meinen Bildern einen Text bastle. ;-)

Im Gegensatz zu einem Wolperdinger sind diese Entchen keine Fabelwesen sondern sie bevölkern zunehmend die Wasservogelwelt, nicht nur am Bodensee.
Eigentlich stammt der Begriff Hybride aus der Pflanzenzüchtung. Zum menschlichen Nutzen werden aber auch Tiere, zum Beispiel, wie allseits bekannt, Pferde und Esel gekreuzt, Maultiere und Maulesel sind das Resultat. Bei den Maultieren sind die Hengste immer unfruchtbar und nur ganz selten kommt es vor das eine Stute fertil ist.
Deswegen folgere ich, das der Großteil dieser auffälligen, aber hübsch anzusehenden Hybrid-Enten, nicht in der Lage ist sich fortzupflanzen, auch wenn das Balzverhalten vorhanden ist.
Ob bei dieser originell gefiederten Entenschar der Mensch irgendwann einmal seine Finger im Spiel hatte weiß ich nicht, denn es gibt auch Naturhybriden, allerdings eher in der Pflanzenwelt.
Mein oft beobachteter Eidererpel balzt ständig die weiblichen Stockenten an, aber bisher habe ich noch keine derartigen Mischlingsnachkommen entdecken können, irgendwie scheint der Jung aus dem hohen Norden zwar gerne zu flirten, aber er hat doch noch einen Funken Anstand, nicht unter seinem Stand zu vögeln. Bei Vögeln darf man doch vögeln sagen, oder?

Das alles interessiert mich ungemein und da ich mich seit längerer Zeit viel mit den unzähligen und oft sehr seltenen Wasservögeln am See beschäftige, werde ich vielleicht einmal auf eine Antwort meiner Fragen stoßen. Sobald es wieder wärmer wird, werde ich wieder des öfteren auf dem Posten sein. Nicht alle Hobbyornithologen mit ihren starken Spektiven sind khakibraune Tarnanzugträger, sondern sehr freundliche und zur Auskunft bereite Naturmenschen.

So schmunzle ich mit Dir und wünsch Dir eine aufregende Woche.

Juana